Christian Probst:
2003 erste Begegnung mit einem Cajon, seither dafür entflammt! Seit 2005 Angebot für Cajones selber zu bauen und Verkauf über ausgesuchte Musikhäuser. Involviert in verschiedenen Projekten zum Thema Bauen & Spielen.
Aktuelles
Neuer Prototyp im Bau:
Eine erste Studie mit drei Cajones zu einer wirklich neuen Verbindung der Spielfläche mit dem Gehäuse und einer angepassten Snare-Aufhängung hat ermutigende Rückmeldungen gebracht. Nun geht es zum Prototypenbau, um der Umsetzbarkeit im Bau den nötigen perfekten Schliff zu geben. Spätestens im Frühjahr 2012 sind die ersten Modelle bereit, hoffe ich.
Tonabnahme direkt im Cajon einbauen:
Erste Kontakte sind geknüpft und die Ideen da. Bald geht es an die Umsetzung und anschliessend an die Testphase in der Praxis. Mehr dazu sobald genug solide Erfahrungen vorhanden sind.
ist Perkussionist und Schlagzeuger. Er lebt in Altdorf und spielt in Stil und Formation auf sehr viel verschiedenen Musikbühnen. Ist zeitweise oft und länger in Kuba gewesen. Und hat von da viel mitgebracht, Rhythmus und tolle Kisten.
Und er ist einer jener Perkussionisten, der mit jedem Fuss und jeder Hand was anderes spielt und das Ganze zusammen dann verteufelt gut klingt.
Neustes Projekt (Stand Juni 2011): Rumpus.
"... Folklore ist Folklore auf dem ganzen Globus, echt und lebensfreudig. So mischt sich kubanische Rumba mit Jazz und Ländler, klingt fremd und doch nach Zuhause..." Neugierig gemacht? Dann auf youtube.com "Rumpus 1" suchen.
Mehr Info und auf jeden Fall ein Besuch wert : www.ristolino.ch
Kürzestgeschichte
Christoph suchte eine Alternative für eines seiner Basscajones aus Kuba. Fehlendes Detail war der Basston, welcher zwar überzeugte, aber relativ viel Krafteinsatz verlangte.
In Form und Grösse sind wir von seinem bisherigen Favoritencajon gestartet. Etwas schmaler als die "Caja", sonst praktisch identisch. Die Schallöffnung nach unten, auf Leisten stehend. Die Grösse der Schallöffnung und ihr Abstand zum Boden bestimmt die Art und das Sustain des Basstones wesentlich mit.
Das Resultat war hinsichtlich der Spielflächen vorne und hinten sehr gut.
Nach einigen Wochen Testpielen war jedoch klar, dass die Töne der Seitenflächen dem Anspruch nicht genügten. Zwar waren sie speziell aufgebaut - aber eben, eine Idee ist eine Idee, und die Erfahrung lehrt ...
Das war der Augenblick, ein schon länger geplantes Prototypenkonzept umzusetzen: wechselbare Seitenpads.
Damit ist es möglich, verschiedenste Hölzer in Dicke und Aufbau
am selben Instrument schnell und einfach miteinander zu vergleichen (siehe Bilder rechts).
Was wir dann auch ausführlich gemacht haben. Eine erste Serie zur Grobbestimmung, eine zweite mit den daraus gewonnen Erfahrungen.
War ein bisschen wie Reifentest bei Formel-1, Christoph der Fahrer, ich beim Boxenstopp (siehe Video). Nur den Zeitdruck hatten wir glücklicherweise nicht.
Das Resultat ist seeehr toll! Von den getesten dreiundzwanzig Pads sind zehn deutlich eigenständige, gut spielbare Varianten. Tonales Stimmen zum Rest des Sets ist möglich, oder besser: ist gefragt und wichtig!
Die gemachten Erfahrungen
sind wertvoll und fliessen schon in das nächste Projekt. Nur soviel sei hier verraten: es hat mit Kisten zu tun ...
Oben:
Verschiedene Cajones aus Kuba heimgebracht.
Links:
Cajon-Spezialversion.
Gespielt wird es zwischen
den Knien eingeklemmt.
Die neue Werkstatt ist in Betrieb Die Geschichte und ein kleiner Rundgang
Ein Umzug aus den alten Räumlichkeiten hat sich aufgedrängt, weil dort ein grosser Umbau fällig wurde. Mitten in Flüelen sind zu dieser Zeit Räumlichkeiten frei geworden, zentral gelegen, klein und fein. Und definitiv mit Charme und Anschluss ans Dorfleben: Bäckerei, Post und Restaurant sind die Nachbarn.
Im Januar 2011 war es dann soweit: Die Renovation der Räume war abgeschlossen. Mauerdurchbrüche, Tür- und Fenstereinbau, Isolation, neue elektrische Installationen und Anstrich waren fertig.
Beim Bauen der ersten Cajones in der neuen Werkstatt hat sich das Planungskonzept gut bewährt. Kleine Optimierungen finden jetzt in der alltäglichen Baupraxis statt, sie sind das Dessert nach den grossen Umbauarbeiten.
Besondere Aufmerksamkeit hatte das Raumklima, damit das rohe Holz und die vollendeten Cajones in ihrem besten Wohlfühlklima ruhen.
Ein weiterer wichtiger Plaungsaspekt waren die eher kleinen Raumverhältnisse. Um diese möglichst gut ausnützen zu können, ist die Werkstatt modular aufgebaut. Fast alles auf Rollen und somit frei platzierbar, je nach aktuellem Arbeitsgang oder benötigter Einrichtung.
Die Räume passen eigentlich bestens zu meiner heimlichen Geschäftsphilosopie:
Small but beautiful!
Mikrofonierung von Cajones: Hintergrundinfos, Ideen und Tipps
Die Frage nach geeigneten Mikrofonen und ihrer Platzierung wird mir öfters gestellt. Um einen Beitrag zu dieser Diskussion zu leisten, habe ich eine Zusammenfassung meiner Recherchen erstellt.
Dieser Artikel bietet kaum eine abschliessende Lösung des Themas. Es sind die Rückmeldungen von den Praktikern im Dienst: die Tontechniker und Perkussionisten. Die besprochenen Mikros sind im semi- bis
professionellen Bereich angesiedelt. Gebaut sind sie für den anspruchvollen Alltag auf der Bühne. Die kostengünstigeren Modelle sind ausgeklammert, bis jetzt habe ich
zu wenig Rückmeldungen dazu, um ein schlüssiges Recherchenergebnis anzubieten.
Die Anschaffungskosten der besprochenen Mikrofone sind in der gleichen Grössenordnung wie ein Cajon selber, zum Teil auch weniger als die Hälfte davon. Doch es gibt sicher auch preiswertere gute Lösungen, Rückmeldungen und Vorschläge dazu interessieren mich!
Ob mit professionellem High-End- oder mit preiswertem MIttelklasse-Mikrofon: beides gibt das wieder, was gespielt wird. Dass der gespielte Sound mit Feuer, Herz und solider Handtechnik daher kommt, ist bei beiden wichtig und der Kern der Sache...
Omri Hason ist - unter anderem - spezialisiert auf das Spiel der Zarb (persische Handtrommel), Darabuka und Rahmentrommel.
Das bedeutet viel und ausgefeilte Fingertechnik.
Um diese beim Cajon ins Spiel zu bringen, haben Omri und ich zusammen getüftelt und experimentiert. Herausgekommen sind die SlapSticks. Diese heben das "Click" deutlich hervor.
Eine kleine Demo? Unten links der Film dazu, was man damit auf's erste alles anstellen kann.
Die SlapSticks
sind für eine nachträgliche Montage konzipiert. Eine Einlassmutter wird am Gehäsue montiert, das Anschlagverhalten kann mittels Position und Abstand schnell und zuverlässig eingestellt werden (mit Inbusschraube, siehe Film).
Omri ist ein rühriger Tüftler, wie er im Buche steht. Die Herausforderung war den gesuchten Click-Sound zu erreichen, gepaart mit verlangtem Anschlagverhalten und dazu eine sichere Justierung für den Alltag.
Voilà: hier ist das Produkt!
Sagt von sich selber, er sei Schlagzeuger und habe es nicht so mit der Perkussion. (Insider der Szene kommentieren diesen Satz öfters mit einem Grinsen...)
Spielt bei Nik Bärtsch's Ronin, Max Lässer, und vielen (!!) anderen.
Stammt aus Geigenbauer-Familie, ist selber auch gelernter Geigenbauer, arbeitet bei "Paiste" in der Klangentwicklung mit.
Kürzestgeschichte
Kaspar hatte schon das Cayubo gespielt, hatte aber für den Einsatz in sein Drum-Set etwas anderes im Ohr. Bei einem ersten Treffen schildert er beim Spielen auf den schon bestehenden Cajones, was er bei jedem gut findet und was er für sich an Klang noch weiter dazu wünscht. Der Austausch dieser Klangbeschreibungen vom Musiker zum Intrumentenbauer ist etwas ganz zentrales (und auch sehr, sehr spannend!). Dann kommt der Bau der Prototypen, drei identische Cajones mit Unterschiedlichkeit in nur einem bestimmenden Punkt. Dann wieder treffen, spielen und hören, hinhören, anders dämpfen, hinhören, vergleichen, hinhören, anders anordnen, hinhören....
So ist das Cajon Facil Menos Doce (Cajon Facil-12)
entstanden. Und zusätzlich eine weitere Variation für die Cajon Facil Reihe, über verschiedene Rückwande kann die "Klangfarbe" des Bass temperiert werden
(Hören ist leichter als den Klang in Worte zu fassen).
Kaspar hat als Geigenbauer viel Gespür für das Holz und die Zusammenarbeit mit ihm ist für mich schlichtweg inspirierend. Seine Ideen, Klangvorstellungen und auch fragende Haltung gegenüber dem Möglichen haben sich beim Bauen weitgehend umsetzen lassen und stark tönende Früchte getragen!
Das Video gibt die Atmosphäre beim Auschecken der Cajones wieder. MIt der Fotokamera aus der Hand und mit eingebautem Mikrophon aufgenommen - also nicht den Anwärter auf einen Oscar erwarten ...
Die Idee basiert auf der Frage einer Kursteilnehmerin während der Forum-Woche 2006 auf der Lenk:
"Kann man aus dieser alten Kiste hier ein Cajon machen? ". Ja, man kann! Daraus entstand das "Cailler"-Cajon nebenan abgebildet. Ein sehr gut klingendes Cajon mit einem beeindruckenden Anschlagton der Seitwände. Bestens gelagertes Kistenholz, massive Tanne, mit wunderschönem Schriftzug, ein absolutes Unikat!
Das "Villiger"-Cajon ist so etwas wie das Pendant zu den spielbaren Zigarrenkisten aus Havanna. Dieses Holz musste mit einer weiteren Schicht verstärkt werden, das es zu dünn und brüchig war. Auch dieses ein Unikat!
Also, wer eine alte Kiste entdeckt: nach Hause nehmen und sich melden! Der Mehraufwand der Holzvorbereitung lohnt sich, es sind wunderschöne Goldstücke mit ganz persönlicher Ausstrahlung!
Andi Pupato, Isabel und Tochter, Roger Girod (Leitung
Forum 2006)
Präsentation der Gruppen Bauen & Spielen am Forumsabend
Die Lenker Forumswoche für Musik und Bewegung, welches jährlich im Oktober stattfindet, war ein Highlight des Jahres 2006. Unter anderem hatte diese Woche das zentrale Thema rund um das Cajon. Eine Woche Cajon SelberBauen und Spielen lernen eingebettet in schöner Umgebung und in einer abwechslungsreicher Kurswoche.
Die Zusammenarbeit mit Andi Pupato war spannend und inspirierend. Und sie hat eine Fortsetzung gefunden bei der Weiterentwicklung der Cajones ElementArt. Unter anderem mit der Neuentwicklung des Cayubo, welches ein spannendes Instrument nicht nur für Perkussionisten ist.
Beim Thema Flamenco
haben Andi und seine Frau Isabel spontan die Verbindung von Rhythmus und Tanz live gezeigt - das Echo war gross, vielleicht gibt es eine Fortsetzung in irgendeiner Form dieses Jahr in der Lenk? Die beiden Spielkurse von Andi waren sehr auf die Spielfreude bedacht und alle konnten einen Fundus an Rhythmen mit nach Hause nehmen - sogar direkt auf CD gebrannt, alle gespielten Rhythmen der Woche!
Mir persönlich ist auch der Forumsabend eindrücklich in Erinnerung: Das gemeinsame Spielen mit 25 Cajones. Davon sind 13 Cajones in dieser Kurswoche entstanden. Einen solchen Spielkreis erlebt man nicht alle Tage!
Andi Pupato spielt in der Liveband für die Sendung "Musicstar" im Schweizer Fernsehen - auf dem Cajon El Superbajo. Der charakteristische Sound ist gut hörbar und freut des Cajoneros Ohr.
Dieses Beispiel der Bandbesetzung zeigt auch, dass die Rhythmussektion mit einem Perkussionisten auf einem Basscajon gut rüberkommt und durchaus ein Schlagzeug ersetzen kann!
Wobei hier auch angemerkt
werden soll, dass Andi Pupato einer der " führenden Perkussionisten ist - sozusagen ein Crack der Schweiz" (Originalton Sepp Glanzmann) und an der weltberühmten Schule für afrokubanische Musik in Havanna studiert hat. Er hat Engagements in verschiedenen nationalen und internationalen Bands (u.a. Andreas Vollenweider) und ist auch als Studiomusiker tätig.
Die Zusammenarbeit mit ihm freut mich sehr und sie gibt spannende Impulse ins Cajon bauen!
P.S. Die über das Cajon gelegte Dekoration kann NICHT bei mir bezogen werden...
Cajon El Superbajo und niedrigere Bass-Varianten: die drei verschiedenen Modelle erklärt.
Erstes Modell / Tipo 1:
kleine runde Schallöffnung
Kleines Sustain
d.h. kürzeres Nachschwingen.
Nur sehr kurzes Nachschwingen, sec und tief.
Die Geschichte des Cajon El Superbajo hat es in sich. Die drei verschiedenen Modelle sind auf Anforderungen und Geschmack hin entwickelt. Alle haben ihren Platz, je nach persönlichem Vorzug.
Der Hauptunterschied liegt im Bassbereich, der Snarebereich ist annähernd identisch. Während das erste Modell den Bass sec wiedergibt, ist beim zweiten Modell ein voluminöses Nachschwingen hör- und spürbar. Das dritte Modell bietet die Möglichkeit des Modulierens über das Kippen.
Entscheidend für die Wahl ist der Eindruck und das Gefühl beim Spielen. Hier gilt verbindlich: Probieren geht über Studieren! Es gibt auch Musiker, welche beide Modelle (erstes & zweites) haben und je nach Einsatz wählen - was die Unterschiedlichkeit der beiden Instrumente zeigt.
Die gute Nachricht für diejenigen, die das erste Modell besitzen und auf das zweite oder dritte Modell wechseln möchten:
Ein nachträglicher Umbau ist möglich! Bei Interesse bitte Kontakt aufnehmen.
Zweites Modell / Tipo 2:
grosse ovale Schallöffnung
Grosses Sustain
d.h. längeres Nachschwingen.
Spürbare tiefe Nachschwingung, über Sitzkontakt und Luftschwingung deutlich wahrnehmbar.
Drittes Modell / Tipo 3:
kleine runde seitliche und untere Schallöffnung
Sustain abhängig von Spielposition:
aufrecht: kleines Sustain
gekippt: grosses Sustain
Das heisst: der Bassbereich ist über die Kippbewegung modulierbar.
Wichtig ist die Körperhaltung beim Spielen: Die Füsse sollen bequem vollflächig Kontakt mit dem Boden haben.
Die Caja sei hier vollständigkeitshalber aufgeführt, ist jedoch anders aufgebaut und nur bedingt vergleichbar mit dem Cajon El Superbajo. Dieser Bass ist für afrokubanische Rhythmen im Ensemble optimiert. Das Intervall (Abstand der Tonhöhen) zwischen Spiel-und Seitenflächen ist grösser als beim Cajon El Superbajo, das Sustain kleiner. Die Beschreibung des Basstones ist "eine kompakte Fettkugel" (Originalton Adrian Coburg, der an der Entwicklung dieses Cajons wesentlich mitbeteiligt ist.).
Für die Spielfläche ist hier Buche eingesetzt und die Schallöffnung ist unten. Durch Kippen kann auch hier das Sustain moduliert werden.